Vorab, da mein Beitrag länger wird :  Dieser Blogbeitrag beschreibt nicht im Detail, wie das Kalibrieren funktioniert oder gibt eine bebilderte Anleitung, sondern soll nur einen kleinen Erfahrungsbericht darstellen.

Ich berichtete hier davon, wie ich meinen Samsung Monitor 2253 LW mit iColor kalibrierte und zunächst recht zufrieden war.

Ich weiß gar nicht mehr genau, warum ich das Profil irgendwann nicht mehr verwendete. Ich glaube aber, das ich versehentlich meine Monitor Einstellungen resettet hatte oder mein Windows neu installierte, und das Profil gelöscht habe.

Da ich das Gerät nur einmal ausprobieren konnte, war eine erneute Kalibrierung dann nicht mehr möglich.

Ich stellte damals den Monitor  dann manuell ein und verwendete die Windows Kalibrierung. Allerdings war das Bild immernoch zu hell. Damit es zumindestens den Testbildern nach zu urteilen auch wirklich paßt, musste ich den Gammawert und die Helligkeit über die Grafikkarten Treiber anpassen. Hässlich-aber über den Monitor war so erstmal nix zu machen.

Mein Monitor ist alt und hat ein TN-Panel. Grundsätzlich eher nicht für Bildbearbeitung geeignet-aber ich bin überzeugt, das er nicht so schlecht sein kann. Bis der neue Monitor ins Haus kommt, muß dieser also reichen-am liebsten eben auch so farbecht wie nur irgend möglich.

Einige Drucke bei Saal Digital zeigten, das ich das alles gar nicht so schlecht gemacht habe.  Für mein Amateur-Auge sah immer alles gut aus.

Jedoch habe ich immer wieder Probleme mit Bildern, die starke Kontraste haben, viel schwarz im Bild haben oder aber einen Farbstich haben sollten.

Oftmals muß ich meine Bilder dann etwas aufhellen, damit ich ein gleiches Bild sehe. Manchmal bzw oft sieht man die Farben an einem anderen Monitor völlig anders. Oft sind auch die hellen Bereiche anders, als bei mir. Mal haben sie viel weniger Kontrast, mal viel mehr.

Das nervt!!!

Vielleicht doch nochmal ein Colorimeter probieren? Ok-der Spyder 3 Pro sollte es nun richten.
Installation auch hier denkbar einfach-Software installieren, Lizenz eingeben, Messgerät einstöpseln und los geht’s.

Zuvor habe ich natürlich unzählige Websites durchforstet und Sam genervt, welche Einstellungen nun wohl die besten sein mögen.

Hier begann also nun meine Odyssee der Monitorkalibrierung 😉 Wer mich kennt, der weiß, das ich mich stundenlang mit so etwas beschäftigen kann 😉 Hierbei habe ich es allerdings nicht getan, weil ich pingelig bin, sondern weil es gar nicht so einfach war ein „richtiges“  Ergebnis zu erzielen.

Was ist ein richtiges Ergebnis? Für mich ist das Ergebnis richtig, wenn Druck und Monitor weitestgehend übereinstimmen. Außerdem wenn vorhandene Bilder weiterhin so aussehen, wie sie bereits gedruckt wurden.

Zunächst verwendete ich also die hauseigene Software von Spyder 3 Pro. Ich erspare Dir jetzt alle Einzelheiten meiner bestimmt 20 verschiedenen Testdurchläufen  und berichte nur von den Einstellungen die man im Web durchgängig als „Standard“ bezeichnet.

Einstellungen:

  • 80 cd/m²
  • 2,2 Gamma
  • 6500 Kelvin

Die Helligkeit des Monitors stellte ich über den Monitor selbst ein und ließ Spyder messen, bei wievielen cd/m² ich nun bin.

Die Software macht und tut und ich erhalte mein Vorher/Nachher Vergleich als Ergebnis. Ahja…mein Bild ist aber jetzt sehr rot.

Also habe ich weiter mit verschiedenen Farbtemperaturen getestet (5800,5500…etc)-war damit aber niemals wirklich zufrieden. Mit 6500 Kelvin erreichte ich das für mich ungewohnte, aber beste Ergebnis.

Test mit Photoshop: Ich öffnete ein Bild, welches ich bereits schon zweimal bei Saal Digital habe drucken lassen.

Nun wollte ich per Softproof schauen, ob das Bild noch das ist, was ich aus dem Druck bekommen hatte.Ich wählte das passende Farbprofil aus und aktivierte die „Farbproof“ Funktion. Oh Schreck!! Magenta (!!) farbene Haare!!!

Auch als ich srgb als Farbproof wählte, wurden die Haare lila-magenta.

Das ist NICHT das Bild, das ich aus dem Druck bekommen habe.

Ich ließ die Spyder Software daraufhin ein paar Mal mit verschiedenen Einstellungen laufen, und testete erneut mit diesem Bild. Und wieder: Magenta Haare, beim Farbprofil von Saal, aber auch beim simplen sRGB.

Damit war die Kalibrierung für mich leider nutzlos. Ich las aber auf diversen Seiten etwas von der Software basiccolor.

Die Testversion basICColor display 5 war nach einer Registrierung und einer Aktivierung schnell heruntergeladen und installiert.

Diese erkannte auch den Spyder 3 Pro sofort.

Die Oberfläche sah hier schon ganz anders aus-ich will nicht sagen „professioneller“, aber ich kam viel schneller zu den Einstellungen, die ich wollte.

Die Software empfiehlt den Monitor auf Standard Einstellungen zurückzusetzen. Nachdem ich mir alle getätigten Einstellungen schon vor der Spyder Software notiert hatte, kein Problem.

Als Einstellungen wählte ich wieder o.g. Einstellungen:

  • D65 (für 6500Kelvin)
  • Gamma 2.2
  • Weiß Luminanz auf 80cd
  • Schwarz minimum neutral

Mit dem Ergebnis war ich doch schon äußerst zufrieden! Allerdings wurde nun ja alles über das Farbprofil eingestellt.

Das wollte ich doch auch mal anders probieren und stellte den Monitor mithilfe des Meßgerätes und der basiccolor Software manuell auf 80 cd/m² ein und ließ die Kalibrierung nochmal laufen.

Ein anschließender Test ergab, das ich dadurch deutlich mehr „Farbprobleme“, insbesondere aber Helligkeitsprobleme haben würde.

Also entschied ich mich bei meinem Monitor alles auf  „Standard“ zu belassen.

Ich öffnete wieder mein Beispielbild und siehe da: Alles super.

Auch das Offnen von dem Testbild zeigte, das mein Monitor in Sachen Helligkeit jetzt schon recht gut eingestellt ist.

Anschließend gab ich ein Poster in den Druck, um zu prüfen: Paßt es jetzt oder nicht?Sehe ich das gleiche auf dem Monitor wie aus dem Druck?
Ich erwartete, das mein Monitor etwa um 10-15% zu hell sei, da ich damit ja schon immer Probleme hatte.

Siehe da: Das Bild sieht gedruckt so aus, wie erwartet. Einen Tick dunkler, aber damit hatte ich ja gerechnet und über Photoshop vorher geprüft und war mir sicher-das paßt super. Die Farben sind aber 1 zu 1 gedruckt worden.

Mein Fazit aus 3 Tagen Testerei: Kalibrieren ist großartig!

Aber: Man darf nicht einfach darauf vertrauen! Sich hinzusetzen & zu sagen: “ Mein Monitor ist aber kalibriert, daher ist er richtig!“ ist aus meiner Sicht bei Monitoren,die eher nicht für Bildbearbeitung geeignet sind, falsch! Man sollte eine Referenz haben (Druck) und vergleichen. Ein bisschen „Gefühl“ ist auch dabei.

Außerdem habe ich gelernt, das es bei einem „schlechten“ Monitor gut sein kann, alles über Software zu regeln-und auch mal eine andere Software auszuprobieren. Hätte ich die eigene Software von Spyder 3 Pro weiterhin verwendet  bzw das entstandene Profil und mein Bild nach dem Farbproof bearbeitet-hätte ich nach dem Druck ein Wunder erlebt…

Bin allerdings sehr enttäuscht, das die eigene Software „so einen Mist“ macht. basicColordisplay ist auf jeden Fall mein klarer Favorit, wenn es um’s Kalibrieren geht. Das dabei mitgelieferte Gerät, wenn man die Software im Bundle kauft, kenne ich allerdings nicht bzw weiß nicht wie „gut“ es ist.

Hier noch ein paar Meß-Bilder; wenn ich erneut prüfe, dann sieht das Ergebnis übrigens genauso aus, wie bei dem Bild „nach dem Kalibrieren“.

Monitor auf Standard-Einstellungen ohne Profil/Kalibrierung (rot bedeutet:nicht gut! ;))

unkalibriertermonitor_standardeinstellungen.png

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Monitor fertig kalibriert

finalkalibriert.png

1 comment on “Monitor kalibrieren – Meine Odyssee”

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