Nachdem ich den Kindle4 (deutsche Version ohne Tastatur und ohne 3G) jetzt ca.3 Wochen besitze und regelmäßig nutze, wird es Zeit für einen kleinen Erfahrungsbericht.

Zunächst möchte ich erzählen, wie ich als E-Lesen-Verfechterin zu einem EBook Reader gekommen bin. Ich liebe Bücher; selbst wenn ich gar nicht soviel Zeit habe, alle zu Lesen-sie zu besitzen ist mir schon wichtig. Ich lese gerne Fach-/Sachbücher aber auch Romane. Meistens sind es vampirische, aber ich mag auch besonders gerne Thriller, die mich stundenlang fesseln.

Ich lese grundsätzlich keine langen Texte am PC. Dies liegt hauptsächlich daran, das ich mich mit einem Laptop oder PC nicht so gemütlich „hinlümmeln“ kann, wie ich möchte und weil ich mich nicht so lange auf den Bildschirm konzentrieren kann. Mir fehlt das Buch-Feeling.

Nachdem ich erfuhr, das mein Liebster sich einen Kindle der neuesten Version kaufen will, wurde ich neugierig auf so einen Ebook Reader. Bei einem Preis von unter 100 Euro ist der Ebook Reader erschwinglich.

Bei einem Arbeitskollegen war es möglich sich einen Kindle 3 (mit Tastatur) anzusehen. Ich war sofort begeistert.

Das E-Ink Display war einem Buch wirklich sehr sehr ähnlich.  Außerdem war schon das Gewicht vom Kindle der 3.Generation sehr gering. Über 1000 Bücher auf so ein kleines Gerät? Sehr verlockend!

Eine Akku-Laufzeit von bis zu 1 Monat?

Das machte das ganze noch interessanter.

Nachdem mein Partner sich einen Kindle bestellt hatte, wollte ich es also auch wagen und meine eigenen Erfahrungen mit einem Ebook Reader sammeln. Andere EBook Reader fielen raus, weil eben der Preis von unter 100 Euro ganz entscheidend für mich war.

Geliefert wird der Kindle 4 sehr minimalistisch in einer kleinen Pappschachtel, mit einem USB Kabel und einer Mini-Bedienungsanleitung. Die Bedienungsanleitung braucht man aber nicht.

Einschalten-glücklich sein…Nein ganz so einfach ist es nicht, aber nahe dran. Ich gehe nicht näher auf die Erst-Einrichtung ein; ich denke die Hilfe bei Amazon wird hier ihr bestes tun, falls jemand ohne nicht weiterkommt 😉

Das 1.Buch, 1 Wörterbuch ist bereits vorinstalliert. Nicht sehr spektakulär, darum habe ich  natürlich sofort ein richtiges Buch überspielt & gelesen.

Kommen wir zu ein paar Details:

Lesbare Formate sind:

  • das Amazon-eigene Format (.azw)
  • .mobi
  • .doc
  • .pdf
  • .html
  • .txt
  • Bildformate wie jpeg,bmp

Wie zu lesen ist, wird das gängige „epub“ Format nicht unterstützt. Doch zum Glück gibt es dafür ja einen Converter 😉

Da die .pdf Dateien nicht sonderlich gut skaliert werden, habe ich mich entschlossen, es vorher umzuwandeln.

Das schnellste konvertieren von allen möglichen Formate in .mobi Format geht mit dem Programm Calibre, welches für MacOs X, Linux und Windows zur Verfügung steht.

Mit Hilfe dieses Programmes lassen sich die E-Bücher auch sehr gut verwalten und übertragen.

Das PDF läßt sich nach dem konvertieren und übertragen jetzt viel besser lesen.

(Zu meiner inzwischen favorisierten Methode gibt es <hier> einen kleines How-To. Damit lassen sich dann 95% aller pdf-Books prima auf dem Kindle lesen.)

Jetzt konnte ich das ebook auf dem Kindle lesen und war sofort überzeugt. Normales Wohnzimmerlicht (eher gedimmt) reicht prima aus, um das Buch zu lesen. Auch enthaltene Bilder werden in anständiger Qualität (aber s/w!) angezeigt.


Die Schrift ist ’normal‘-nicht zu klein und nicht zu groß.

Natürlich kann ich die Schriftgröße verstellen; auch den Zeilenabstand kann ich verändern. Letzteres habe ich verändert, da ich persl. so besser lesen kann.

Ein kleiner Fortschrittsbalken unterhalb der eigentlichen Seiten zeigte mir an, wie weit ich das Buch schon gelesen habe.

Geblättert wird über drückbare Pfeiltasten rechts und links am seitlichen Rahmen.

Hier befinden sich jeweils  kleine „zurück“ Tasten, als auch große „Vorwärts“ Tasten.

So kann man den Kindle beliebig halten und vor- oder zurück „blättern“.

Der Seitenaufbau ist sehr fix. Wie ich weiter oben schon erwähnt habe, läßt es sich auch gut bei gedämpften Licht lesen; jedenfalls für meine Augen. Manchmal spiegelt künstliches Licht ein wenig, aber dann ändert man einfach den Winkel wie man den Kindle hält. Gleiches Phänomen habe ich übrigens auch bei echten Büchern manchmal.

Ein paar Worte zum Display:

Das besondere an einem „echtem“ EBook Reader ist das E-Ink Display. Es vereint den klassischen Bildschirm mit Papier und wird daher auch gerne als E-Paper bezeichnet. Es wird nicht beleuchtet und besitzt keine Bildwiederholungsfrequenz

Die Seite wird einmal aufgebaut und bleibt dann so. Strom wird nur beim Umblättern verbraucht, das erklärt auch den geringen Stromverbrauch.

Ihr erinnert Euch noch an die Magnettafeln auf der man etwas schrieb und dann mit einem  „Ritsch Ratsch“ weggemacht hat? So ähnlich funktioniert auch dieses Display.

Das bedeutet auch, das hin und wieder Reste von der vorherigen Seite übrig bleiben. Das klingt dramatischer, als es tatsächlich ist. Der Kindle baut nicht jede Buchseite vollständig von vorne neu auf. Daher hat man hin und wieder ein „Ghosting“ Effekt. Mich stört es nicht; es läßt sich aber über ein Firmware-Update einstellen, das jede Seite vollständig neu aufgebaut wird.

Woher bekomme ich jetzt meine EBooks?

Amazon bietet im eigenen Kindle-Store zahlreiche Ebooks an. 1 Click und schon ist ein Buch gekauft und wird (vorausgestezt der Kindle ist im WLAN angemeldet) automatisch an den Kindle übertragen und ist sofort lesbar.

Übrigens kann man auch über den Kindle im Kindle Store ganz einfach und schnell Bücher kaufen. Gefährlich! 😉

Die Bücher sind <natürlich> DRM geschützt. Ein nettes Feature ist, das Anmerkungen von anderen Lesern angezeigt werden können, da diese Daten in der Kindle-Cloud (so nenne ich sie mal ;)) gespeichert werden. Natürlich kann man auch auswählen, ob man persönliche Anmerkungen erstellt oder für alle lesbare. Ich habe bisher noch keine Anmerkungen geschrieben; mir reicht es aus, wenn ich im Buch markieren kann. Und das kann man mit dem Kindle natürlich auch.

Weitere E-Book Quellen sind:

  • http://www.thalia.de
  • http://www.libri.de
  • http://www.onleihe.net

Diese sind natürlich auch alle DRM geschützt und damit grundsätzlich nicht auf dem Kindle lesbar. Dazu muß man das DRM entfernen. Zudem sind die meisten Ebooks nicht im .mobi Format erhältlich; umwandeln muß man also.

Sonstiges:

Mit dem Kindle kann man auch surfen. Es wird als experimentell angezeigt und ja-das ist es auch. Die Bild-Seite ist voreingestellt und es macht wirklich keinen Spaß sie über den Kindle zu öffnen 😉

Ich habe das Surfen also ganz schnell gelassen.

Was allerdings ganz gut klappt: Webseiten an den Kindle übertragen und offline lesen.

Ich habe das mal mit Sams Website getestet (eine andere einfach aufgebaute Seite  fiel mir auf die Schnelle nicht ein ;D) und war sehr zufrieden-ich konnte einen seiner Blogbeiträge samt Bebilderung prima lesen. Nur der Blogbeitrag war zu kurz 😉 Wie genau das funktioniert erkläre ich an einer anderen Stelle.

Jeder Kindle besitzt eine E Mail Adresse blabla@kindle.com. Man kann in den Einstellungen im Amazon Konto festlegen, wer an diese Adresse mailen darf. So kann man sich beispielsweise auf die Schnelle ein Dokument direkt an den Kindle mailen. Auf Wunsch kann man auch den Konvertierungsservice von Amazon nutzen und das Dokument wird automatisch umgewandelt. Dazu einfach „Convert“ in den Betreff setzen.

Das oben erwähnte Wörterbuch ist übrigens ständig verfügbar. Kenne ich ein Wort nicht, fahre ich mit der Hauptaste (das ist das Quadrat) über das Wort und schon wird mir eine Kurz-Erklärung anzeiget; auf Wunsch auch eine detaillierte. Sehr praktisch!

Fazit:

Ich liebe meinen Kindle. Nein, er ersetzt kein echtes Buch. Ein Buch riecht, es hat i.d. Regel ein buntes Cover usw.

Aber er ist eine absolut prima Ergänzung zu Büchern. Für mich ist das Lesen auf dem Kindle nahezu gleich mit einem Buch. Ich kann 1500 Bücher auf dem Kindle speichern; und er paßt locker in die Handtasche. Ideal für Leute, die viel unterwegs sind oder aber gern mal das ein oder andere Buch griffbereit haben wollen. Aber der Kindle ist auch ideal für Leseratten, dessen Regale sich mit Büchern vollstopfen, die man nicht immer als echtes Buch besitzen mag.

Bei nicht mal 170gr Gewicht ist er leicht und liegt gut in der Hand.

Ein Nachteil ist sicherlich, das das gängige epub Format vom Kindle nicht gelesen werden kann. Da ich meine Bücher ohnehin über Calibre verwalte, ist das für mich weniger von Bedeutung.

Für den Preis von 99 Euro spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus.

Wer sich viele Notizen macht-kann noch 16 Euro drauflegen und erhält die Variante mit dem Keyboard. Das erleichtert das Schreiben von Notizen denke ich ungemein.

 

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