Während seiner Laufbahn als Hobby-Fotograf kommt man immer mal wieder an seine Grenzen. Manchmal Material-bedingt, manchmal durch das Know How, das wir besitzen oder eben nicht besitzen.

Man versucht sich immer weiterzuentwickeln und zu prüfen: Was brauche ich? Was will ich fotografieren? Was will ich erreichen?

Wenn ich Menschen fotografieren will,  brauche ich anderes Material und Know How, als wenn ich in der Makro-Fotografie tätig werden will. Klar-die Grundlagen der Fotografie sind überall gleich.

Irgendwann entscheidet man sich und so habe ich vor einiger Zeit beschlossen meinen Haupt-Fotografie-Bereich in die People-Fotografie zu legen. Das macht mir am meisten Spaß.

Angefangen habe ich Outdoor: ohne Assistenz und ohne Blitz.  Schnell kamen lichtstärkere Objektive hinzu und bald wurde mir bewußt, das man sogar draußen hin und wieder einen Blitz gut gebrauchen kann.

Da ich ja nun schon einen Blitz hatte, dauerte es nicht lange, bis ich mir überlegte, das man damit doch auch Indoor sicher gut fotografieren könne.

So kam eines zum anderen und mein Indoor-Equip sah abgesehen von der Kamera und den Objektiven zuletzt so aus:

  • 3×2 Meter schwarzer und grauer Molton für den Hintergrund
  • Styroporplatte zum Aufhellen
  • Reflektor zum Aufhellen
  • Nissin DI622 Aufsteckblitz
  • E-TTL Kabel für den Blitz
  • Lampenstativ für den Blitz
  • Walimex „Soft“Box 60 x 60 (warum „Soft“ gehe ich noch drauf ein ;))

Mit dieser Minimal-Austattung konnte ich schöne Bilder zaubern. Allerdings mußte ich auch immer sehr viel „basteln“ . Nachfolgend die Probleme, mit denen ich zu kämpfen hatte.

Mir fehlte der Reflektorhalter. Ich war immer darauf angewiesen den Reflektor irgendwie und irgendwo hinzustellen oder während eines Shootings in die Hand zu nehmen. Ich schätze meistenteils hatte er nicht mal die Wirkung, die man mit einem Reflektor erzielen will.

Der schwarze Molton ist ein super Hintergrund,da ich aber überwiegend Wesen der Nacht 😉 fotografiere, hatte ich oft Probleme mit den schwarzen Klamotten und dem Hintergrund.
Oft handelte es sich dann um 1 Fläche. Anfangs störte mich das gar nicht so sehr, aber die Kritik anderer war berechtigt, als ich es dann nachbearbeitet hatte und gesehen habe, das es doch netter wäre, mehr Kontur zu haben. Zudem schluckt der schwarze Molton  soviel Licht, das man durchaus das Gefühl bekommt, das Model stünde im Nichts. Ein weiterer Nachteil ist, das sich Molton nicht waschen und bügeln läßt.

3×2 Meter passen durchaus in die Waschmaschine, allerdings soll er seine Eigenschaften verlieren, wenn man ihn wäscht. Daher hab ich das mit dem Waschen, ebenso mit dem Bügeln gelassen. Glänzende Flecken will ich ja nun gar nicht auf dem Hintergrundstoff haben. So bleiben Falten, die sich entgegen vieler Meinungen im Netz  auch mit etwas Wasser auf dem Stoff nicht so einfach raushängen lassen. Diese gilt es in der Bildbearbeitung dann zu entfernen; sofern man nicht den Hintergrund austauschen will. Ich saß für meinen Geschmack viel zu lange daran mich um den Hintergrund zu kümmern.

Bei dem grauen Molton hatte ich nach der Bearbeitung immernoch einen starken Batik-Look, der mir überhaupt nicht gefällt. So würde ich mir z.B. niemals Hintergrundstoff im Batik-Look zu legen.

Wer überlegt, sich (schwarzen) Molton als Hintergrundstoff zuzulegen, dem sei hier noch gesagt, das 3×2 meter gerade so für Portrait- und Halbaufnahmen reichen. Ich hatte  mir also auch viel zu wenig gekauft, wie ich erst im nachhinein feststellte.

Zu guter Letzt war ich unzufrieden mit dem Blitz & der Softbox. Der Nissin hat  zwar einen Zoom-Reflektor; allerdings läßt sich dieser nicht manuell einstellen.

So stellt er sich immer automatisch auf die Brennweite ein. Warum ist das wichtig? Nun-mein Ziel ist es,  Menschen so auszuleuchten, das die Schatten möglichst sehr weich fallen. Das können sie nur, wenn die Lichtquelle größer ist, als das was ich ablichte. Also möchte ich beispielsweise eine Softbox weitflächig ausleuchten. Bei 18mm Brennweite ist noch alles in Ordnung; die Verteilung ist einigermaßen gleichmässig. Ab 50mm wird die Fläche aber schon kleiner. (Tip: http://www.radeldudel.de/blog/0711/SchirmUnterschiedlichAusgeleuchtet.html).

Zudem kann der Nissin DI622 nur über ein E-TTL Kabel extern ausgelöst werden; da er sich nicht über den Mittenkontakt auslösen läßt; jedenfalls in meiner Version.

Zusammen mit meiner 60*60 Softbox konnte man von weichem Licht nur noch träumen. Ganz unabhängig von dem Zoom des Blitzes wirkte sie nur geringfügig als Diffusor. Ich hatte mit der Durchlicht-Bespannung eines 5-in-1-  Reflektor schönere Ergebnisse als mit der Softbox.  Die Softbox hat eine reflektierende Fläche drinnen und die Diffusor-Bespannung draußen; es fehlt also schonmal der Innen-Diffusor.

Weiche Schatten waren nur möglich, sofern man die Person 1mm vor die Box stellt-das war nun nicht das, was ich mir darunter vorstellte. Abgesehen davon, ist nach nicht mal 1 Jahr eine Naht angerissen, so das die Box nicht mehr ganz quadratisch ist.

Letztendlich habe ich dann eine Person meist nahezu „totgeblitzt“, was das Bild oftmals langweilig macht, weil ihm die Tiefe fehlt. Die Alternative war nur das Blitzen über die Zimmerdecke oder aber einen Reflektor anzublitzen. Mangels Reflektorhalter und der Möglichkeit ihn gut zu befestigen bereitete mir das keine große Freude.

Ganz abgesehen von materiellen Problemen, fehlten mir aber auch einfach gute Grundlagen zur Lichtsetzung/-führung. Hier habe ich auch unzählig viel gelesen und mir Videos angesehen. Aber es wurde nie so, wie ich es mir vorstellte. Irgendwann verlor ich die Lust und ich zog es vor, die Indoor Fotografie weitestgehend zu vermeiden.

Erst die Möglichkeit das 1. Mal in einem Fotostudio zu fotografieren (GMT 7 – Goth Model Treffen in Gelsenkirchen) ließ mein Interesse an der Studiofotografie wieder aufleben und mich nochmal mit meinem Equp und den Möglichkeiten auseinander zu setzen.

Mir war klar, das ich wohl noch ein wenig investieren muß, um zufrieden zu werden.

Entweder bleibe ich Strobistin oder ich widme mich dem „echten“ Studio Equip.

Dazu dann mehr im nächsten Artikel; der hoffentlich nicht all zu lange auf sich warten läßt 🙂

Teile diesen Beitrag...:-)Tweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someoneShare on Facebook

1 comment on “Vom Wohnzimmer zum Heimstudio Teil I”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.