Vor einiger Zeit quakte ich herum, das meine unter Windows entwickelten und/oder bearbeiteten Bilder immer viel zu dunkel auf anderen Rechnern aussehen.

Ich entschied dann, das mein MacBook das Referenz Display haben sollte, und versuchte meinen Monitor auf in etwa diese Stufe einzustellen. Das Display vom MacBook ist hier nicht zu hell und nicht zu dunkel-also genau richtig. Ein Druckauftrag bei Cewe bestätigte meine Wahl.

Zu dem Zeitpunkt überlegte ich auch ein Kalibrierungssystem zu kaufen. Ein Spyder sollte es werden. Nach einigen Chats mit anderen Foto-Begeisterten wich ich wieder von meinem Plan ab. Die Argumente waren überzeugend:

Was nützt der eigene kalibrierte Monitor, wenn alle anderen Monitor im World Wide Web nicht kalibriert sind?

Nur die Gewissheit, das man selbst alles richtig gemacht hat …

Also habe ich den Monitor nur per Hand anhand diverser Testbilder ein bischen angepaßt und letzten Endes die Kalibrierung von Windows 7 verwendet.

Apropos Monitor: Ich habe keinen sonderlich guten Bildbearbeitungsmonitor: Einen Samsung 22″ SyncMaster 2253 LW.

Ganz günstig aus dem Electro-„Discounter“.

Heute kam ich nun endlich in Gelegenheit, den Monitor doch einmal per Kalibrierungs-Software zu kalibrieren.

Mein Rechner ist ein Selbstbau-PC mit Windows 7 64-bit und auf diesem ließ sich die Software „iColor Display Software“ sofort problemlos installieren. Hierzu verwendete ich eine neuere Version aus dem Internet und spielte den Lizenzschlüssel von der CD ein.

Das mitgelieferte Messgerät hingegen zeigte sich zickiger. Dieses wurde bei Anschluß an einen USB Hub nicht erkannt.

Die Treiber lassen sich aber von der CD laden und dann klappt es auch mit dem Meßgerät.

Bevor man mit der Kalibrierung loslegen kann, soll man jedoch warten,bis der Monitor ca. 2 Std im Betrieb ist, so der Hersteller in der beiliegenden Kurzanleitung.

Im 1. Schritt habe ich mir alle Monitoreinstellungen gemerkt (aufschreiben lohnt sich),das aktuelle Profil über die Software messen lassen und mir das Ergebnis als PDF Dokument speichern lassen. Schließlich will ich ja sehen, was die Kalibrierung vom Standard bewirkt hat. Waren also schon gar nicht so übel wie ich es mir eingestellt habe.

Im 2. Schritt gilt es unter „Start“ das richtige Meßgerät auszuwählen. Die Software unterstützt diverse Geräte; hier ist die Bezeichnung des mitgelieferten Gerätes einzustellen. In meinem Fall „Silver Haze Pro“. Außerdem muß das richtige Grund-Profil ausgewählt werden. Da ich meistens in sRGB arbeite, habe ich dieses ausgewählt; allerdings erst in der 2.Kalbrierungsrunde, nachdem mir klar war, was das zu bedeuten hat.

Zielvorgaben sind hierbei: 6500 Kelvin,120 cd/m². Die Farbtemperatur des Monitors habe ich auf einen mittleren Wert gestellt, der in etwa die 6500 Kelvin entspricht ( bei meinem kann ich keine Temperatur eingeben,sondern nur zwischen verschiedenen Modi wechseln,ohne Angabe von Kelvin).

Nun kann man das Meßgerät an seinen Monitor „hängen“ und zum nächsten Schritt weitergehen.

Wichtig hierbei ist bei allen Schritten, das das Meßgerät stehts auf der vorgesehenen Fläche eng aufliegt. Es darf kein Fremdlicht an den Monitor gelangen, weil das Gerät schief draufliegt.

Im 3.Schritt gilt es Helligkeit und Kontrast einzustellen; sofern man noch einen CRT (Röhrenmonitor) besitzt. Bei einem TFT/Flachbildschirm kann man diesen Schritt überspringen und direkt mit Schritt 4 -dem  Weißpunktabgleich weitermachen.

Hier stellt man nun Helligkeit und RGB Werte auf die Vorgaben ein bzw man nähert sich an. Spannend für mich war die Veränderung der Helligkeit, wenn ich Einstellungen am Blau Wert vorgenommen habe. Das ist eigentlich fast schon logisch;war mir vorher aber noch nicht so klar oder bewußt.

Beim Samsung Monitor gelang es mir nur annähernd auf die Mittelwerte zu kommen; bei meinem  ehemaligen 19″ LG Monitor war es meinem Liebsten problemlos möglich schnell zum Optimum zu gelangen.

Am Optimalwert angelangt  geht es jetzt in die eigentliche Kalibration und Erstellung eines Farbprofils (nennt man auch Farbproof).

Wichtig ist, das man vor diesem Schritt 5 die Energieoptionen anpaßt!

Die Kalibration kann durchaus 10 Minuten dauern und es wäre höchst ungünstig, wenn in dieser Zeit der Bildschirmschoner angeht oder aber der Monitor ganz ausgeht.

Bei der Kalibration liegt natürlich auch wieder das Meßgerät auf dem Bildschirm.

Nun kann man sich zurücklehnen und abwarten.

Nach 5-15 Minuten ist der Vorgang abgeschloßen und man kann das Ergebnis noch über Kurven „Finetunen“ (Schritt 6).  Der Hersteller empfiehlt diesen Schritt zu überspringen und so habe auch ich das getan.

Das Profil habe ich abgespeichert und es wird automatisch in Windows als Standard-Monitorprofil gespeichert.

Den Namen kann man sich aussuchen;ich beließ es auf den Standard mit Datum,Farbtemperatur und gewünschte Helligkeit).

That’s it!

Neugierig habe ich jetzt Bilder in Photoshop auf dem Pc und mit dem MacBook verglichen- und siehe da:

Sie sind beinahe gleich! Lediglich in der Helligkeit fällt auf, das der TFT noch geringfügig heller ist.

Und hier nun das Nachher-Ergebnis im Profiltest, den ich anschließend noch gemacht habe:

Interessant ist, das die Werte gar nicht mal so stark von der 1.Messung abweichen.

Diese Messung und Kalibration habe ich abends durchgeführt. Das ist die Zeit, zu der ich zumeist am Pc sitze und Bilder bearbeite. Dementsprechend viel Kunstlicht gab es im Raum.

Ich habe heute morgen natürlich noch ein Profiltest gemacht, um zu schauen, inwieweit die Werte sich verändern.

Hier lief der Monitor allerdings keine 2 Std, sondern war frisch eingeschaltet.

Der 1. Test war, wie zu sehen ist: Sehr gut. Nach 5 Minuten war der Monitor aber wieder heller, und die RGB Werte stimmten nicht 100% mit dem Ergebnis von gestern abend. Die Abweichungstabelle des Tests zeigte aber Werte von unter 5 an. Lt Hersteller sind das Richtwerte und im guten Bereich.

Bilder machen sowohl in Photoshop, IrfanView und auch im Firefox einen guten Eindruck. Sind weder zu dunkel, noch zu hell und farblich paßt es auch.

Insofern bin ich sehr zufrieden mit der Kalibration und hoffe, das ich damit längerfristig ganz gut fahre.

Das MacBook werde ich nicht kalibrieren, damit ich immernoch einen guten Referenz Monitor habe, bei dem ich weiß,wenn es da paßt:Paßt es fast überall.

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1 comment on “Bildschirm kalibrieren mit iColor”

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